Was Zirkusillusion ist
Illusion im Zirkus ist kein Kunststück am Tisch, sondern eine Nummer für den Rundumblick. Die Manege ist von allen Seiten einsehbar, die Zuschauer sitzen ringsum, und es gibt keinen Ort, an dem sich die Vorbereitung verbergen ließe. Daher der Name des Genres — große Illusion: Sie beruht auf dem Maßstab der Requisiten, auf dem Licht und auf einem makellos gesetzten Moment.
Das wichtigste Werkzeug des Illusionisten ist die Aufmerksamkeit des Saals. Die Nummer führt die Zuschauer dorthin, wo nichts geschieht, und endet dort, wo sie es nicht erwarten.
Womit dieses Genre das Publikum packt
Illusion ist das einzige Genre der Manege, bei dem die Zuschauer nach der Nummer weiter nachdenken. Ein akrobatischer Trick endet mit dem Applaus, doch das „Wie war das gemacht?“ verlässt den Saal mit dem Publikum und lebt noch einige Tage weiter.
Besonderheiten des Genres
- der Rundumblick der Manege bestimmt die gesamte Konstruktion der Nummer;
- das Licht ist hier ein gleichberechtigter Mitspieler: der Wechsel des Strahls ist Teil des Tricks, keine Ausstattung;
- die großen Requisiten reisen mit der Truppe und brauchen an der Spielstätte einen eigenen Aufbau;
- der Illusionist arbeitet oft auch in der Clownerie — beide Genres brauchen den direkten Kontakt zum Saal.
Welche Rolle die Illusion im Programm spielt
Die große Illusion steht fast immer nahe am Ende eines Teils: Sie bündelt die Aufmerksamkeit des Saals in einem Punkt und hinterlässt das Gefühl, dass der Abend mit einer Überraschung geendet hat. In Programmen, in denen der Illusionist zugleich durch die Vorstellung führt, wird das Genre zum Gerüst der ganzen Show.
Vorbereitung
Eine Illusionsnummer wird in dem Saal geprobt, in dem sie gezeigt wird: der Blickwinkel der ersten Reihe, die Kuppelhöhe und die Position des Lichts verändern alles. Der Aufbau der großen Requisiten wird vorab in den Tourneeplan eingerechnet, zusammen mit dem technischen Rider der Spielstätte.